Alte Feuerwache
Nonchalant spät auf Konzerte zu kommen ist beinahe eine eigene Kunst. Einerseits möchte man nicht länger als 5 Minuten auf den ersten Ton warten müssen, nachdem man sich eventuell ein Bier oder eine Cola (keine Plörre aka Bionade) besorgt und sich durch das restliche Publikum gedrängt hat, um durch die Erlangung des bestmöglichen Blicks auf die Bühne des Konzerts auch visuell teilhaftig zu werden, und zwar idealerweise ohne kleineren Mädchen den eigenen Rücken vor deren Sichtfeld zu schieben, andererseits möchte man nicht so spät kommen, dass man auch nur den Beginn des Konzerts verpasst. Angesichts all der vielen unsicheren Faktoren, die auf den Konzertbeginn von Einfluss sind, ist das Eintreffen genau zum richtigen Zeitpunkt maßgeblich der eigenen Intuition geschuldet, wobei ein gewisses Maß an Erfahrung und Kenntnis über der Gepflogenheiten der jeweiligen Lokalität eine nicht zu unterschätzende Grundlage für das Bilden der Ahnung, wann aufzubrechen ist, darstellen.
Meinem dramatisch zu späten Eintreffen auf das Konzert von Immaculate Machine könnte entnommen werden, dass ich diese Kunst nicht im Ansatz zu beherrschen vermag, schließlich war die Aufführung schon im vollen Gange als ich ankam. Ich jedoch weiß, dass es mich im Innern schon wesentlich früher in die Alte Feuerwache drängte und lediglich äußere Umstände mich an meinem rechtzeitigen Aufbruch hinderten.
Die Band spielte nicht im großen Saal der Feuerwache, sondern im angrenzenden Café, wobei aber kein Eintritt verlangt wurde, was den Damen und Herren von der brandherd Reihe, die einen u.a. auch schon mit Dufus zu beglücken wussten, als ganz besonders charmant anzurechnen ist. Weniger erquicklich war allerdings der, infolge des für das Café doch sehr starken Publikumsandrangs, unzureichende Blick auf die Bühne. Genau genommen bekam ich nur ein Drittel der eine Frau und zwei Männer starken Band zu Gesicht, da der Rest für mich uneinsehbar hinter einem Wandvorsprung verschwand. Ausgeglichen wurde das Zusammenkommen all dieser misslichen Umstände indes durch einen Wohlklang, der sich trotz aller Süße über ausreichend Bissfestigkeit auszeichnete und in dem ein angemessenes Maß an Schwermut als Kontrapunkt das Gleichgewicht sicherte. Um über solche nur leidlich einfallsreichen synästhetischen Umschreibungen hinwegzukommen sollen die harten Fakten zu Immaculate Machine zur Sprache kommen: Das Trio, bestehend aus Kathryn Calder – Keyboard und Gesang –, Brooke Galupe und Luke Kozlowski – Gitarre, Gesang und Schlagzeug – kommt aus Kanada und die Bezeichnung Indiepop wäre für ihre Musik wohl nicht die fernliegenste. Teilweise erinnerten sie mich ein wenig an Metric, allerdings ist bei Immaculate Machine bei vielen Stücken ein deutlicher Garage-Einschlag zu hören. Bei dem Intro eines Stückes dachte ich, jetzt komme ein Cover von Last Night, nur um dann mit einem Beach Boys Zitat konfrontiert zu werden, was wohl überraschend gewesen wäre, hätte Kathryn Calder nicht den Song damit angekündigt, dass sie große Beach Boys Fans seien. Im weiteren Verlauf musste ich an The Anniversary denken, da Fr. Calders Gesang in leichter Wehmut und Dringlichkeit doch dem von Adrianne Verhoeven nahe steht. Zugegebenermaßen bin ich nicht allzu gut mit den Studioaufnahmen von Immaculate Machine vertraut, live dominiert aber doch eine gewisse Holprigkeit, was sich aber nicht wirklich qualitätsmindernd, sondern eher sympathiesteigernd auswirkt und den Garagefaktor erhöht. Dennoch hatte ich den Eindruck, dass sich der – für mich unsichtbare – Drummer mit der Lautstärke angesichts der Nähe des Publikums und der Größe des Raumes zurückhielt, ein weiterer Minuspunkt für das Café, aber ein Grund mehr, sich die Band noch einmal in nicht ganz so beengtem Rahmen anzuschauen. Nach etwa 1 ¼ Stunden Spielzeit coverte die Band Time of the Season, um sich dann dem Merchandise-Verkauf von der Bühne aus zu widmen.
Nonchalant spät auf Konzerte zu kommen ist beinahe eine eigene Kunst. Einerseits möchte man nicht länger als 5 Minuten auf den ersten Ton warten müssen, nachdem man sich eventuell ein Bier oder eine Cola (keine Plörre aka Bionade) besorgt und sich durch das restliche Publikum gedrängt hat, um durch die Erlangung des bestmöglichen Blicks auf die Bühne des Konzerts auch visuell teilhaftig zu werden, und zwar idealerweise ohne kleineren Mädchen den eigenen Rücken vor deren Sichtfeld zu schieben, andererseits möchte man nicht so spät kommen, dass man auch nur den Beginn des Konzerts verpasst. Angesichts all der vielen unsicheren Faktoren, die auf den Konzertbeginn von Einfluss sind, ist das Eintreffen genau zum richtigen Zeitpunkt maßgeblich der eigenen Intuition geschuldet, wobei ein gewisses Maß an Erfahrung und Kenntnis über der Gepflogenheiten der jeweiligen Lokalität eine nicht zu unterschätzende Grundlage für das Bilden der Ahnung, wann aufzubrechen ist, darstellen.
Meinem dramatisch zu späten Eintreffen auf das Konzert von Immaculate Machine könnte entnommen werden, dass ich diese Kunst nicht im Ansatz zu beherrschen vermag, schließlich war die Aufführung schon im vollen Gange als ich ankam. Ich jedoch weiß, dass es mich im Innern schon wesentlich früher in die Alte Feuerwache drängte und lediglich äußere Umstände mich an meinem rechtzeitigen Aufbruch hinderten.
Die Band spielte nicht im großen Saal der Feuerwache, sondern im angrenzenden Café, wobei aber kein Eintritt verlangt wurde, was den Damen und Herren von der brandherd Reihe, die einen u.a. auch schon mit Dufus zu beglücken wussten, als ganz besonders charmant anzurechnen ist. Weniger erquicklich war allerdings der, infolge des für das Café doch sehr starken Publikumsandrangs, unzureichende Blick auf die Bühne. Genau genommen bekam ich nur ein Drittel der eine Frau und zwei Männer starken Band zu Gesicht, da der Rest für mich uneinsehbar hinter einem Wandvorsprung verschwand. Ausgeglichen wurde das Zusammenkommen all dieser misslichen Umstände indes durch einen Wohlklang, der sich trotz aller Süße über ausreichend Bissfestigkeit auszeichnete und in dem ein angemessenes Maß an Schwermut als Kontrapunkt das Gleichgewicht sicherte. Um über solche nur leidlich einfallsreichen synästhetischen Umschreibungen hinwegzukommen sollen die harten Fakten zu Immaculate Machine zur Sprache kommen: Das Trio, bestehend aus Kathryn Calder – Keyboard und Gesang –, Brooke Galupe und Luke Kozlowski – Gitarre, Gesang und Schlagzeug – kommt aus Kanada und die Bezeichnung Indiepop wäre für ihre Musik wohl nicht die fernliegenste. Teilweise erinnerten sie mich ein wenig an Metric, allerdings ist bei Immaculate Machine bei vielen Stücken ein deutlicher Garage-Einschlag zu hören. Bei dem Intro eines Stückes dachte ich, jetzt komme ein Cover von Last Night, nur um dann mit einem Beach Boys Zitat konfrontiert zu werden, was wohl überraschend gewesen wäre, hätte Kathryn Calder nicht den Song damit angekündigt, dass sie große Beach Boys Fans seien. Im weiteren Verlauf musste ich an The Anniversary denken, da Fr. Calders Gesang in leichter Wehmut und Dringlichkeit doch dem von Adrianne Verhoeven nahe steht. Zugegebenermaßen bin ich nicht allzu gut mit den Studioaufnahmen von Immaculate Machine vertraut, live dominiert aber doch eine gewisse Holprigkeit, was sich aber nicht wirklich qualitätsmindernd, sondern eher sympathiesteigernd auswirkt und den Garagefaktor erhöht. Dennoch hatte ich den Eindruck, dass sich der – für mich unsichtbare – Drummer mit der Lautstärke angesichts der Nähe des Publikums und der Größe des Raumes zurückhielt, ein weiterer Minuspunkt für das Café, aber ein Grund mehr, sich die Band noch einmal in nicht ganz so beengtem Rahmen anzuschauen. Nach etwa 1 ¼ Stunden Spielzeit coverte die Band Time of the Season, um sich dann dem Merchandise-Verkauf von der Bühne aus zu widmen.
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