Menomena City Slang Mini Festival 1. Tag
Karlstorbahnhof
klub k
Menomena, die auf Platte klingen, als wäre ihre Musik auf der Bühne nur mit mindestens fünf Leuten adäquat umzusetzen, geben ihre Konzerte tatsächlich nur zu dritt. Der klub k im Karlstorbahnhof, der, soweit die Wegweiser vertrauenswürdig sind, sonst als Restaurant genutzt wird, ist ordentlich gefüllt und wenn man nicht gerade in der ersten Reihe steht, dürfte es mangels jeglicher Bühne bei all den „tall Germans“ schwierig sein, mitzubekommen, wie die Band aus Portland, Oregon es doch schafft, die nicht gerade minimalistischen Arrangements ohne wesentliche Abstriche live zu realisieren. Der schön knarzige Bass in Stücken wie „Weird“ kommt da von einem Bassfußpedal, wie man es von Heimorgeln kennt, zugleich werden im Wechsel Gitarre, Bass und Baritonsaxophon bedient, während alle drei singen.
Eine Vorgruppe gibt es nicht, da aber der Konzertbeginn fast eine Stunde nach hinten verschoben wurde, ist eine Einstimmung entbehrlich, schließlich ist man angesichts des tollen aktuellen Albums „Friend And Foe“ auch so schon gespannt wie ein Flitzebogen und entsprechend aufmerksam. Von eben jenem Album stammen dann bis auf wenige Ausnahmen die meisten Stücke. Die unerwarteten Brüche und Wechsel, die neben dem wahrhaft ausschweifenden Melodienreichtum die Platte so groß machen, wollen live, um ihre volle Wirkung entfalten zu können, entsprechend tight umgesetzt werden, aber das verhauen Menomena leider gelegentlich. Als irgendwann die Entschuldigung „sorry, but we´re so stoned rightnow“ kommt, ist klar warum, aber die Patzer hier und da schaffen es trotzdem nicht die Freude beim Zuhören und -sehen wirklich zu beeinträchtigen. Nebenbei wird damit wirksam der Angst vor dem Progmonster begegnet.
Eine Zugabe gibt es nicht, was aber vielleicht auf das Fehlen eines Backstageraumes zurückzuführen ist, durch den ja regelmäßig die Klischeehaftigkeit des Zugabespielchens durch die Suggestion zu kaschieren versucht wird, die Damen und Herren Musiker müssten sich ein Weilchen in ein Refugium zurückziehen, bevor sie die Strapazen der Darbietung eines weiteren Liedes über sich ergehen lassen können.
Insgesamt ein schöner Abend, auch weil man nicht alle Tage bei kaum einem Meter Abstand die Musik dargeboten bekommt, mit der man seit Wochen auf den Kopfhörern durch die Stadt läuft und die seitdem immer mehr wächst.
PS: Ein Wörtchen zu „Boyscout'N“ fehlt noch. Anfangs musste ich den Track immer weiterskippen. Grund war das Gepfeife, was ja so ziemlich die uncoolste musikalische Ausdrucksform ist, die es gibt. Vom Gegenteil konnte mich bislang auch nicht das Pfeifen von Ian MacKaye, von dem üblicherweise kein Bullshit zu erwarten ist, auf dem ersten The Evens Album überzeugen. Irgendwann schaffte ich es doch Boyscout'N anzuhören und schloss es immer fester in mein Herz. Entsprechend groß war die Vorfreude, das erste Mal jemanden live pfeifen zu hören, und es nicht wie üblich total ätzend zu finden. Auf der Bühne pfeifen Menomena aber gar nicht, sondern spielen das auf dem Keyboard nach. Was für eine Enttäuschung!
Karlstorbahnhof
klub k
Menomena, die auf Platte klingen, als wäre ihre Musik auf der Bühne nur mit mindestens fünf Leuten adäquat umzusetzen, geben ihre Konzerte tatsächlich nur zu dritt. Der klub k im Karlstorbahnhof, der, soweit die Wegweiser vertrauenswürdig sind, sonst als Restaurant genutzt wird, ist ordentlich gefüllt und wenn man nicht gerade in der ersten Reihe steht, dürfte es mangels jeglicher Bühne bei all den „tall Germans“ schwierig sein, mitzubekommen, wie die Band aus Portland, Oregon es doch schafft, die nicht gerade minimalistischen Arrangements ohne wesentliche Abstriche live zu realisieren. Der schön knarzige Bass in Stücken wie „Weird“ kommt da von einem Bassfußpedal, wie man es von Heimorgeln kennt, zugleich werden im Wechsel Gitarre, Bass und Baritonsaxophon bedient, während alle drei singen.
Eine Vorgruppe gibt es nicht, da aber der Konzertbeginn fast eine Stunde nach hinten verschoben wurde, ist eine Einstimmung entbehrlich, schließlich ist man angesichts des tollen aktuellen Albums „Friend And Foe“ auch so schon gespannt wie ein Flitzebogen und entsprechend aufmerksam. Von eben jenem Album stammen dann bis auf wenige Ausnahmen die meisten Stücke. Die unerwarteten Brüche und Wechsel, die neben dem wahrhaft ausschweifenden Melodienreichtum die Platte so groß machen, wollen live, um ihre volle Wirkung entfalten zu können, entsprechend tight umgesetzt werden, aber das verhauen Menomena leider gelegentlich. Als irgendwann die Entschuldigung „sorry, but we´re so stoned rightnow“ kommt, ist klar warum, aber die Patzer hier und da schaffen es trotzdem nicht die Freude beim Zuhören und -sehen wirklich zu beeinträchtigen. Nebenbei wird damit wirksam der Angst vor dem Progmonster begegnet.
Eine Zugabe gibt es nicht, was aber vielleicht auf das Fehlen eines Backstageraumes zurückzuführen ist, durch den ja regelmäßig die Klischeehaftigkeit des Zugabespielchens durch die Suggestion zu kaschieren versucht wird, die Damen und Herren Musiker müssten sich ein Weilchen in ein Refugium zurückziehen, bevor sie die Strapazen der Darbietung eines weiteren Liedes über sich ergehen lassen können.
Insgesamt ein schöner Abend, auch weil man nicht alle Tage bei kaum einem Meter Abstand die Musik dargeboten bekommt, mit der man seit Wochen auf den Kopfhörern durch die Stadt läuft und die seitdem immer mehr wächst.
PS: Ein Wörtchen zu „Boyscout'N“ fehlt noch. Anfangs musste ich den Track immer weiterskippen. Grund war das Gepfeife, was ja so ziemlich die uncoolste musikalische Ausdrucksform ist, die es gibt. Vom Gegenteil konnte mich bislang auch nicht das Pfeifen von Ian MacKaye, von dem üblicherweise kein Bullshit zu erwarten ist, auf dem ersten The Evens Album überzeugen. Irgendwann schaffte ich es doch Boyscout'N anzuhören und schloss es immer fester in mein Herz. Entsprechend groß war die Vorfreude, das erste Mal jemanden live pfeifen zu hören, und es nicht wie üblich total ätzend zu finden. Auf der Bühne pfeifen Menomena aber gar nicht, sondern spielen das auf dem Keyboard nach. Was für eine Enttäuschung!
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